Weinraute ist ein mehrjähriger, halbimmergrüner Halbstrauch aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie wird seit Jahrhunderten als Zier-, Gewürz- und Heilpflanze kultiviert. Die Pflanze wächst kompakt und buschig, besitzt dekoratives blaugrünes bis graugrünes, fein gefiedertes Laub und blüht von Juni bis August mit zahlreichen kleinen goldgelben Blüten. Diese werden gerne von Bienen, Schwebfliegen und anderen Nützlingen besucht. Weinraute eignet sich hervorragend als niedrige Hecke, zur Einfassung von Kräutergärten oder als mehrjährige Pflanze in sonnigen Staudenbeeten.
Die aromatischen Blätter besitzen einen kräftigen, würzigen und leicht bitteren Duft. Traditionell wird Weinraute verwendet, um Katzen und Hunde aus dem Garten fernzuhalten. Ein Auszug aus den Blättern wird zudem gelegentlich als natürliches Mittel gegen bestimmte Insekten eingesetzt. Die jungen Blätter können in kleinen Mengen Salaten, Suppen, Fischgerichten, Kräuterbutter und Saucen zugesetzt werden. Außerdem wird traditionell ein Zweig Weinraute in Wein, Likör oder Essig eingelegt, um ihnen eine charakteristische bittere Note zu verleihen. Aufgrund ihres intensiven Geschmacks sollte Weinraute stets nur sparsam verwendet werden.
Bereits seit der Antike findet Weinraute in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie Verwendung, unter anderem zur Unterstützung der Verdauung sowie wegen ihrer traditionell zugeschriebenen beruhigenden und krampflösenden Eigenschaften. Die Pflanze enthält jedoch wirksame Inhaltsstoffe und sollte während der Schwangerschaft nicht verwendet werden. Außerdem kann der Pflanzensaft bei manchen Menschen Hautreizungen oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit verursachen. Daher empfiehlt es sich, beim Schneiden oder Ernten Handschuhe zu tragen.
Weinraute gedeiht am besten an einem sonnigen Standort in gut durchlässigem, vorzugsweise kalkhaltigem Boden. Sie ist ausgesprochen trockenheitsverträglich und benötigt nur wenig Pflege. In milden Wintern bleibt ein Teil des Laubes erhalten, während die oberirdischen Triebe nach strengen Frösten teilweise zurückfrieren können. Im Frühjahr treibt die Pflanze in der Regel kräftig aus der Basis wieder aus. Weinraute ist bis etwa -20 °C winterhart, sofern der Boden im Winter nicht dauerhaft nass bleibt. Winterharte Mehrjährige. Höhe: 50 - 90 cm.
Außen säen: März - Mai
Entkeimen: 14 - 35 Tage
Keimtemperatur: 18 - 22 °C
Saattiefe: Oberflächlic - ½ cm
Pflanzabstand: 30 - 40 cm
Standort: sonnig - geschützt
Blütezeit: Juli - August
Erntezeit Blatt: Mai - September
Erntezeit Samen: August - September
Weinraute kann ab März direkt ins Freiland ausgesät werden, sobald sich der Boden ausreichend erwärmt hat und gut bearbeitet werden kann. Wählen Sie einen warmen, sonnigen und geschützten Standort mit gut durchlässigem, möglichst kalkhaltigem Boden. Die Pflanze ist sehr trockenheitsverträglich, verträgt jedoch keine dauerhaft nassen Böden, insbesondere nicht im Winter.
Säen Sie die Samen dünn in flache Saatrillen oder breitwürfig aus. Bedecken Sie die Samen mit einer sehr dünnen Erdschicht von höchstens ½ cm oder drücken Sie sie lediglich leicht an. Halten Sie den Boden während der Keimung gleichmäßig leicht feucht, vermeiden Sie jedoch Staunässe. Je nach Temperatur erscheinen die ersten Keimlinge nach etwa 14 bis 35 Tagen.
Sobald die Jungpflanzen groß genug zum Anfassen sind, werden sie auf einen Abstand von 30 bis 40 cm vereinzelt oder verpflanzt. Gießen Sie die Pflanzen regelmäßig, bis sie gut eingewurzelt sind. Danach benötigt Weinraute nur wenig Pflege; zusätzliches Gießen ist lediglich während längerer Trockenperioden erforderlich.
Nach der Blüte können die Pflanzen leicht zurückgeschnitten werden, um einen kompakten Wuchs zu erhalten. Ältere Pflanzen können im Frühjahr stärker zurückgeschnitten werden, jedoch sollte nicht tief ins alte Holz geschnitten werden. Unter günstigen Bedingungen sät sich Weinraute leicht selbst aus und eignet sich daher hervorragend für naturnahe oder verwilderte Gärten.