Stevia auch Süßkraut oder Honigkraut genannt, stammt ursprünglich aus Südamerika, insbesondere aus Paraguay und Brasilien. Die Pflanze ist für ihre außergewöhnlich süßen Blätter bekannt. Die natürlichen Süßstoffe in den Blättern, die sogenannten Steviolglykoside, sind etwa 200 bis 300-mal süßer als Zucker, während ein frisches Blatt ungefähr 20 bis 30-mal süßer schmeckt als die gleiche Menge Zucker.
Die jungen Blätter können sowohl frisch als auch getrocknet als natürlicher Süßstoff verwendet werden. Sie eignen sich hervorragend zum Süßen von Tee, Kaffee, Kräutertee, Limonade, Smoothies, Joghurt, Quark, Obst, Desserts, Marmeladen und Backwaren. Die Blätter können außerdem beim Kochen von Kompott und Fruchtsoßen mitverwendet werden. Aus den frischen Blättern lässt sich ein angenehm süßer Kräutertee zubereiten. Aufgrund ihrer hohen Süßkraft genügt bereits eine kleine Menge.
Stevia ist hitzebeständig und behält ihre Süßkraft auch beim Kochen und Backen. Die Blätter enthalten nahezu keine Kalorien und verursachen keinen starken Anstieg des Blutzuckerspiegels. Stevia gedeiht am besten an einem warmen, sonnigen Standort in einem nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Sie eignet sich hervorragend für die Kultur in Töpfen und Pflanzgefäßen und kann daher problemlos auf Balkon oder Terrasse angebaut werden. In Töpfen bleiben die Pflanzen meist etwas kompakter als im Freiland. Da Stevia frostempfindlich ist, wird sie in kälteren Klimazonen meist als einjährige Pflanze kultiviert. An einem frostfreien Standort kann sie jedoch mehrere Jahre überdauern. Stevia blüht von August bis Oktober. Nicht winterharte Einjährige. Höhe: 80 - 100 cm.
Innen säen: Februar
Außen säen: mi-Mai - Juni
Entkeimen: 2 - 3 Wochen
Keimtemperatur: 18 - 22 °C
Saattiefe: Oberflächlich
Pflanzabstand: 50 cm
Abstand zwischen die Reihen: 50 cm
Standort: sonnig - geschützt
Tage bis Ernte: 120 Tage
Stevia kann ab Februar in Aussaatschalen mit feiner Aussaaterde vorgezogen werden. Für eine optimale Keimung sollte eine möglichst konstante Temperatur von etwa 20 °C eingehalten werden. Stevia-Samen keimen häufig unregelmäßig. Die Keimung kann länger dauern und es kommt vor, dass nur ein Teil der Samen aufgeht. Stevia gilt daher als schwer keimend. Da es sich um einen Lichtkeimer handelt, werden die Samen lediglich leicht angedrückt und nicht mit Erde bedeckt. Decken Sie die Aussaatschalen mit einem transparenten Deckel oder einer Folie ab, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Sobald die Keimlinge erscheinen, sollte die Abdeckung entfernt werden. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, vermeiden Sie jedoch Staunässe.
Ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, sollten die Jungpflanzen einige Tage lang langsam an die Außentemperaturen gewöhnt werden. Anschließend können sie an einen warmen, sonnigen und geschützten Standort ausgepflanzt werden.
Ab Mitte Mai, sobald keine Frostgefahr mehr besteht, kann Stevia direkt ins Freiland gesät werden. Wählen Sie einen warmen, hellen und geschützten Standort. Stevia stellt nur geringe Ansprüche an den Boden, sofern dieser gut durchlässig ist. Drücken Sie die Samen vorsichtig auf die Bodenoberfläche oder harken Sie sie nur ganz leicht ein. Halten Sie den Boden während der Keimung gleichmäßig feucht und unkrautfrei. Sobald die Sämlinge groß genug sind, werden sie auf einen Abstand von 50 cm vereinzelt. Haben die Pflanzen eine Höhe von 20–25 cm erreicht, können die Triebspitzen ausgekniffen werden. Dadurch entwickeln sich kräftige, buschige Pflanzen mit einem höheren Blattertrag.
In kälteren Klimazonen wird Stevia in der Regel als einjährige Pflanze kultiviert. Unter günstigen Bedingungen sind meist zwei Ernten pro Saison möglich. Die Blätter werden durch Abschneiden oder Pflücken geerntet. Bleiben die Wurzeln im Boden, treibt die Pflanze erneut aus und liefert später in der Saison eine weitere Ernte. Die frischen Blätter können sofort als natürlicher Süßstoff verwendet werden. Außerdem lassen sie sich trocknen und anschließend zu einem feinen Pulver vermahlen.