Die Scheinzaunrübe ist eine außergewöhnliche, exotisch wirkende und schnell wachsende Kletterpflanze aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae), zu der auch bekannte Nutzpflanzen wie Gurke, Zucchini, Kürbis und Kalebasse gehören. Der niederländische Name „Kerstklimmer“ (Weihnachtskletterpflanze) bezieht sich auf die auffälligen Früchte, die zunächst grün mit hellen Längsstreifen sind und sich während der Reife leuchtend rot bis orange-rot färben. Besonders im Herbst, wenn sich die Früchte zu verfärben beginnen, und rund um die Weihnachtszeit ist die Pflanze daher sehr dekorativ.
Die Scheinzaunrübe stammt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Indiens, Südostasiens, Chinas, Sri Lankas, Indonesiens, der Philippinen und Australiens. In diesen warmen Regionen wächst sie als mehrjährige Kletterpflanze, während sie im niederländischen Klima nicht winterhart ist und daher einjährig kultiviert wird. Unter geeigneten tropischen Bedingungen können die kletternden Triebe eine Länge von etwa 6 Metern erreichen; in den Niederlanden wird die Pflanze normalerweise etwa 2 bis 4 Meter lang. Sie wächst schnell und bildet dünne, verzweigte Triebe mit Ranken, mit denen sie problemlos an einem Rankgerüst, Gitter, Draht oder einer anderen Kletterhilfe emporwächst. Die Blätter sind auffällig handförmig gelappt, meist mit drei bis fünf Lappen, und können etwa 10 bis 15 cm breit werden. Die Blütezeit liegt normalerweise im Sommer, etwa von Juni bis September, abhängig von Temperatur und Wachstumsbedingungen. Die Blüten sind klein und gelblich bis gelbgrün. Die Scheinzaunrübe ist einhäusig, das heißt, männliche und weibliche Blüten befinden sich an derselben Pflanze.
Nach der Blüte erscheinen die kleinen Früchte, die meist in Büscheln von drei bis sechs Früchten zusammenhängen. Sie sind etwa so groß wie eine Weintraube bis zu einer kleinen Olive und zunächst dunkelgrün mit auffälligen hellgrünen bis weißen Längsstreifen. Mit zunehmender Reife färben sie sich leuchtend rot bis orange-rot. Gerade dieser Farbwechsel verleiht der Pflanze ihren hohen Zierwert. Die Kombination aus dem grünen, gelappten Laub und den zunächst gestreiften grünen und später roten Früchten macht die Scheinzaunrübe besonders attraktiv für den Herbstgarten. Die Früchte bleiben außerdem längere Zeit dekorativ und können für Herbstdekorationen, Trockenblumenarrangements und Weihnachtsdekorationen verwendet werden.
Obwohl die Scheinzaunrübe zur selben Pflanzenfamilie wie verschiedene essbare Nutzpflanzen gehört, ist bei der kulinarischen Verwendung Vorsicht geboten. In einigen tropischen Regionen werden junge Blätter, junge Triebe und junge Früchte von Diplocyclos palmatus traditionell als Gemüse verwendet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Pflanzen und Früchte, die in den Niederlanden als Zierpflanzen kultiviert werden, ohne Weiteres zum Verzehr geeignet sind. Im niederländischen Saatguthandel wird die Scheinzaunrübe als Ziergurke angeboten und die Früchte gelten als nicht essbar. Darüber hinaus können reife Früchte laut einigen Quellen potenziell schädliche Stoffe enthalten. Die Verwendung als Lebensmittel unterscheidet sich zudem je nach Land, Pflanzenteil und Zubereitungsweise. In den Niederlanden wird die Scheinzaunrübe als Zierpflanze mit nicht essbaren Früchten kultiviert. Der besondere Reiz dieser außergewöhnlichen Kletterpflanze liegt in ihrem eleganten Wuchs, den kleinen gelbgrünen Blüten und vor allem den auffälligen Früchten, die sich im Laufe der Saison von gestreiftem Grün zu leuchtendem Rot verfärben. Scheinzaunrübe blüht von Juni bis September. Nicht winterharte Staude. Höhe: 200 - 400 cm.
Innen säen: März - Mai
Entkeimen: 10 - 21 Tage
Keimtemperatur: 20 - 25 °C
Saattiefe: 1 - 1½ cm
Außen auspflanzen: ab Ende Mai
Außen auspflanzen im Treibhaus: ab Ende April
Pflanzabstand: 50 - 75 cm
Standort: sehr Sonnig - geschützt (Treibhaus)
Blütezeit: Juni - September
Erntezeit: August - Oktober
Von März bis Mai innen im Haus aussäen. Separate Töpfe mit einem luftigen, gut feuchtigkeitsspeichernden Anzuchtsubstrat füllen. Das Substrat vorher gleichmäßig anfeuchten, aber nicht zu nass machen. Die Samen etwa 1 bis 1½ cm tief aussäen. Am besten jeweils einen Samen pro Topf aussäen, damit die jungen Wurzeln später möglichst wenig gestört werden. Die Samen mit einer dünnen Schicht Anzuchtsubstrat bedecken und vorsichtig andrücken. Die Töpfe an einen warmen Standort stellen. Eine Keimtemperatur von etwa 20 - 25 °C ist ideal. Temperaturen unter 20 °C sind nicht empfehlenswert. Das Substrat während der Keimung gleichmäßig feucht halten, aber Staunässe vermeiden. Die Temperatur möglichst konstant halten und insbesondere nachts nicht absinken lassen. Die Samen keimen normalerweise innerhalb von 10 - 21 Tage.
Sobald die ersten Sämlinge erscheinen, die Töpfe an einen sehr hellen und warmen Standort stellen, jedoch nicht auf eine Fensterbank. Ausreichend Licht verhindert, dass die jungen Pflanzen lang und schwach wachsen. Die jungen Pflanzen weiter wachsen lassen. Regelmäßig gießen und sowohl ein Austrocknen als auch dauerhaft nasse Erde vermeiden. Sobald die Pflanzen kräftig zu wachsen beginnen, kann vorsichtig mit einer schwach dosierten Flüssigdüngung begonnen werden.
Ab Anfang Mai sollten die Pflanzen langsam abgehärtet werden, bevor sie ins Freie oder ins Gewächshaus gepflanzt werden. Die Jungpflanzen etwa 10 - 14 Tage tagsüber ins Freie stellen, zunächst jedoch nicht in die pralle Sonne. Die Pflanzen allmählich an Sonne und Wind gewöhnen und sie bei kalten Nächten wieder ins Haus holen. Nach den letzten Nachtfrösten, vorzugsweise ab Ende Mai, ins Freiland pflanzen, sobald die Nachttemperaturen ausreichend angestiegen sind. Einen geschützten, sonnigen und warmen Standort wählen. Sofort eine Kletterhilfe bereitstellen. Beim Auspflanzen ein stabiles Rankgitter, Gittergeflecht oder Drahtgerüst anbringen. Diese Pflanze bildet lange Ranken und kann problemlos eine Länge von 200 - 400 cm erreichen. Eine stabile Kletterhilfe verhindert, dass die Ranken am Boden entlangwachsen.
Für eine ausreichende Wasserversorgung sorgen. Besonders während warmer und trockener Perioden benötigt diese Pflanze regelmäßig Wasser. Den Boden gleichmäßig feucht halten, gleichzeitig aber auf eine gute Drainage achten. Während der Wachstumsperiode regelmäßig mit einem geeigneten Universaldünger düngen. Ein nährstoffreicher Boden fördert ein kräftiges Wachstum und unterstützt die Bildung von Blüten und Früchten. Die Pflanze sollte möglichst viel Wärme und Sonne erhalten. Ein geschützter Standort an einer warmen Hauswand ist besonders geeignet. In den Niederlanden kann die Pflanze auch sehr gut in einem ungeheizten Gewächshaus kultiviert werden. Ein warmer, sonniger Standort erhöht die Wahrscheinlichkeit für kräftiges Wachstum und eine gute Fruchtbildung.