Polei-Minze ist eine niedrig wachsende, stark aromatisch duftende Minzart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Dieser attraktive Bodendecker bildet dichte Polster aus hellgrünen Blättern und trägt im Sommer zahlreiche kleine lilarosa Blüten. Beim Berühren verströmen die Blätter einen kräftigen Minzduft. Die jungen Blätter können sehr sparsam frisch oder getrocknet als Würze für Suppen, Soßen, Schmorgerichte, Salate und Kräutertees verwendet werden. Aufgrund ihres kräftigen, leicht pfeffrigen Minzgeschmacks genügt bereits eine kleine Menge. Wegen des enthaltenen Pulegons wird von einem regelmäßigen oder übermäßigen Verzehr abgeraten. Schwangere und stillende Frauen sowie Kleinkinder sollten Polei-Minze nicht verwenden.
Früher wurde Polei-Minze häufig in der Volksheilkunde eingesetzt. Das Kraut diente zur Unterstützung der Verdauung sowie bei Blähungen, Darmkrämpfen und Verdauungsbeschwerden. Außerdem wurde daraus ein Tee zubereitet, der bei beginnenden Erkältungen das Schwitzen fördern sollte. Heute wird von der innerlichen Anwendung abgeraten, da Pulegon in höheren Mengen Leber und Nervensystem schädigen kann. Äußerlich wurde Polei-Minze traditionell in Kräuterbädern und Umschlägen verwendet. Die Blätter enthalten Chlorophyll und können beim Färben von Wolle und Naturfasern einen zarten graugrünen bis olivgrünen Farbton erzeugen. Als Färbepflanze wird sie jedoch nur selten verwendet, da die Farbe weder besonders intensiv noch sehr lichtecht ist.
Früher legte man Polei-Minze auch zwischen Kleidung, in Ställe und ins Haus, um Flöhe, Läuse und andere Insekten fernzuhalten. Ihr intensiver Duft macht sie auch heute noch zu einer natürlichen insektenabwehrenden Pflanze. Die nektarreichen Blüten locken zahlreiche Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten an. Polei-Minze blüht von Juli bis September. Winterharte Staude. Höhe: 25 - 30 cm.
Innen säen: April - Mai
Außen säen: Mai - Juli
Entkeimen: 10 - 21 Tage
Keimtemperatur: 18 - 22 °C
Saattiefe: ½ - 1 cm
Pflanzabstand: 15 - 20 cm
Standort: sonnig - hab Schatten
Blütezeit: Juli - September
Erntezeit: Juni - September
Polei-Minze kann von Anfang April bis Ende Mai im Haus in größeren Töpfen oder Aussaatschalen mit feiner Aussaaterde vorgezogen werden. Säen Sie die Samen etwa ½ bis 1 cm tief aus und drücken Sie die Erde leicht an. Anschließend vorsichtig angießen, damit die Samen nicht weggespült werden. Stellen Sie die Töpfe an einen hellen Standort bei einer Temperatur von 18 bis 22 °C. Halten Sie die Erde während der Keimung gleichmäßig feucht, vermeiden Sie jedoch Staunässe. Unter guten Bedingungen keimen die Samen innerhalb von 10 bis 21 Tagen. Sobald die Jungpflanzen mehrere echte Blätter entwickelt haben, können sie bei Bedarf pikiert oder in größere Töpfe umgesetzt werden. Ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, sollten die Pflanzen etwa eine Woche lang langsam abgehärtet werden, indem sie tagsüber immer länger ins Freie gestellt werden. Danach können sie ins Freiland oder in größere Pflanzgefäße ausgepflanzt werden.
Von Mai bis Juli kann Polei-Minze direkt ins Freiland gesät werden. Wählen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit feuchtem, humusreichem und gut gedüngtem Boden. Säen Sie die Samen etwa ½ bis 1 cm tief aus und halten Sie den Boden während der Keimung gleichmäßig feucht und unkrautfrei. Sobald die Sämlinge groß genug sind, werden sie auf einen Abstand von 15 bis 20 cm vereinzelt. Dadurch erhalten die Pflanzen genügend Platz, um sich zu einer dichten, gesunden Pflanzendecke zu entwickeln.
Polei-Minze ist eine pflegeleichte Pflanze, die nur geringe Ansprüche an den Boden stellt. Sie wächst am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort in feuchtem, nährstoffreichem Boden. Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern verträgt sie nasse Böden sehr gut und wächst in der Natur häufig an Gräben, Bächen und anderen feuchten Standorten. Die Pflanze bildet unterirdische Ausläufer und breitet sich langsam aus. Obwohl sie deutlich weniger stark wuchert als die meisten anderen Minzarten, empfiehlt es sich, ihre Ausbreitung in kleineren Gärten im Auge zu behalten. Dank ihres kriechenden Wuchses eignet sie sich hervorragend als Bodendecker. Während längerer Trockenperioden sollte regelmäßig gegossen werden. Eine jährliche Gabe von Kompost oder organischem Dünger fördert gesundes Wachstum und eine reiche Blüte.
Polei-Minze ist eine mehrjährige, bedingt winterharte Pflanze. Sie verträgt leichten Frost bis etwa –5 °C. In Regionen mit strengeren Wintern empfiehlt sich ein Winterschutz aus Laub, Stroh oder Mulch. Pflanzen in Töpfen sollten bei starkem Frost an einem kühlen, frostfreien Ort überwintert werden. Von Juni bis September können die Blätter und jungen Triebspitzen regelmäßig geerntet werden. Die Blätter eignen sich sowohl frisch als auch getrocknet. Regelmäßiges Ernten fördert den Neuaustrieb und sorgt für einen kompakten Wuchs. Hinweis: Polei-Minze enthält den Inhaltsstoff Pulegon. Verwenden Sie das Kraut daher nur in kleinen Mengen und verzichten Sie während der Schwangerschaft und Stillzeit auf den Verzehr. Während der Blüte zieht Polei-Minze zahlreiche Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere nützliche Bestäuber an. Sie ist daher nicht nur ein wertvolles Küchenkraut, sondern auch eine hervorragende Pflanze für einen insektenfreundlichen Garten.