Kerbel ist ein biologisch gezüchtete, herrlich aromatisches, nach Anis schmeckendes Kraut. Dies ist eines der winterharten Kräuter, das daher die ganze Saison über frisch geerntet werden kann. Kerbel ist ein aromatisches Küchenkraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Pflanze besitzt fein gefiederte, hellgrüne Blätter mit einem milden Anisgeschmack und einem feinen Aroma, das an Fenchel und Petersilie erinnert. Kerbel ist ein schnell wachsendes Kraut, das vor allem im Frühjahr und Frühsommer angebaut wird. Bei kühlen Temperaturen können die frischen Blätter über einen großen Teil der Saison geerntet werden.
In der Küche wird Kerbel wegen seines feinen, leicht süßlichen Anisaromas sehr geschätzt. Die jungen Blätter werden für Salate, Suppen, Saucen, Eintöpfe, Dressings und Kräuterbutter verwendet. Außerdem passt Kerbel hervorragend zu Fisch-, Geflügel-, Kalbfleisch- und Eiergerichten und verleiht Kartoffel- und Gemüsegerichten eine frische Note. Kerbel ist ein klassischer Bestandteil der französischen Fines Herbes. Da bei längerem Erhitzen ein Großteil des Aromas verloren geht und sich die Blätter von frischgrün zu graugrün verfärben, wird Kerbel am besten erst kurz vor dem Servieren hinzugefügt. Die Blätter können ohne nennenswerten Aromaverlust eingefroren werden.
Kerbel wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze verwendet. Die Blätter enthalten unter anderem ätherische Öle, Flavonoide, Vitamin C und Mineralstoffe. In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird Kerbel zur Unterstützung der Verdauung und als mild harntreibendes Kraut eingesetzt. Darüber hinaus wird er zur Linderung leichter Magen- und Darmbeschwerden sowie als beruhigender Kräutertee verwendet. Zerdrückte frische Blätter wurden früher äußerlich in Umschlägen auf gereizter Haut oder bei leichten Insektenstichen angewendet. Obwohl diese Anwendungen eine lange Tradition haben, ist die wissenschaftliche Beweislage für viele dieser Wirkungen begrenzt.
Kerbel eignet sich außerdem als natürliche Färbepflanze. Die frischen Blätter und Stängel liefern einen zart gelbgrünen bis hellgrünen Naturfarbstoff, der sich besonders zum Färben von Wolle und Seide eignet. Mit einer Beize, beispielsweise Alaun, werden die Farben kräftiger und lichtechter. Die entstehenden Farbtöne sind dezent und werden besonders wegen ihrer natürlichen Ausstrahlung geschätzt.
Kerbel blüht von Juni bis August mit feinen weißen Doldenblüten. Im Kräuteranbau werden die Blätter in der Regel vor der Blüte geerntet, da sie dann besonders zart und aromatisch sind. Winterharte Einjährige. Höhe: 30 - 60 cm.
Außen säen: halb Februar - Juli & September
Entkeimen: 14 - 21 Tage
Keimtemperatur: 5 - 18 °C
Saattiefe: ½ cm
Pflanzabstand: 15 - 20 cm
Standort: Sonne - halb Schatten
Tage bis Ernte: 50 - 60 Tage
Kerbel bildet eine lange Pfahlwurzel und verträgt das Umpflanzen nur schlecht. Deshalb sollte er möglichst direkt an seinem endgültigen Standort ausgesät werden. Kleinere Mengen lassen sich auch gut in großen Töpfen oder Pflanzgefäßen kultivieren. Die Aussaat im Freiland erfolgt von Mitte Februar bis Ende Juli sowie erneut ab Mitte September. Frühe und späte Aussaaten können bei Bedarf unter Glas erfolgen, um das Auflaufen zu beschleunigen. Während der warmen Sommermonate gedeiht Kerbel am besten an einem feuchten Standort im Halbschatten. An einem sonnigen Standort sollte der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden, da die Pflanzen bei Wärme und Trockenheit schnell in Blüte gehen. Säen Sie die Samen etwa ½ cm tief aus und bedecken Sie sie nur mit einer sehr dünnen Erdschicht. Kerbel ist ein Lichtkeimer und sollte daher nicht zu tief ausgesät werden. Drücken Sie die Erde leicht an und halten Sie das Saatbeet während der Keimung gleichmäßig feucht. Bei einer Bodentemperatur von 5 - 18 °C keimen die Samen in der Regel nach 14 - 21 Tagen. Während warmer oder trockener Witterung kann sich die Keimung verzögern. Halten Sie das Saatbeet in dieser Zeit unkrautfrei.
Sobald die Jungpflanzen groß genug zum Vereinzeln sind, werden sie auf einen Abstand von 15 - 20 cm ausgedünnt. Gießen Sie regelmäßig, damit der Boden leicht feucht bleibt. Eine gleichmäßige Wasserversorgung hilft, ein vorzeitiges Schossen zu verhindern. Besonders im späten Frühjahr und Sommer neigt Kerbel bei langen Tagen und Trockenheit dazu, frühzeitig zu blühen. Für eine kontinuierliche Ernte empfiehlt es sich, alle 3 - 4 Wochen eine kleine Menge nachzusäen. In der Fruchtfolge gehört Kerbel zu den Doldenblütlern (Apiaceae). Um bodenbürtige Krankheiten und Schädlinge zu vermeiden, sollte Kerbel nicht unmittelbar vor, nach oder zusammen mit anderen Doldenblütlern am gleichen Standort angebaut werden.
Die ersten Blätter können etwa 50 - 60 Tage nach der Aussaat geerntet werden. Schneiden Sie die Blätter mit einem scharfen Messer etwa 5 cm über dem Boden ab. Dadurch treibt die Pflanze erneut aus und kann mehrfach beerntet werden. Regelmäßiges Ernten verzögert außerdem die Blütenbildung, sodass die Blätter länger zart und aromatisch bleiben. Frischer Kerbel hält sich im Kühlschrank höchstens zwei Tage. Vom Trocknen wird abgeraten, da dabei ein großer Teil des Aromas verloren geht. Das Einfrieren ist die bessere Methode, um Geschmack und Aroma zu erhalten.
Kerbel lässt sich auch hervorragend in großen Töpfen oder Pflanzgefäßen kultivieren. Säen Sie hierfür von Januar bis Ende März oder erneut ab Oktober. Verwenden Sie nährstoffreiche Blumenerde und sorgen Sie mit Tonscherben oder Blähton am Topfboden für eine gute Drainage. Für ein lockeres Substrat kann die Erde mit Perlit, Vermiculit oder feinem Splitt gemischt werden. Säen Sie die Samen etwa ½ cm tief aus, halten Sie die Erde während der Keimung gleichmäßig feucht und sorgen Sie für möglichst konstante Temperaturen. Vermeiden Sie insbesondere starke Temperaturabfälle in der Nacht. Nach der Keimung werden die Pflanzen an einen hellen, sonnigen Standort gestellt. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, vermeiden Sie jedoch Staunässe, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Nach etwa acht Wochen können Topfpflanzen regelmäßig mit einem flüssigen Kräuterdünger versorgt werden. Regelmäßiges Ernten hält die Pflanzen kompakt und verzögert das Schossen.